Die Geschichte des WZE

> Bilder der Arbeiten am WZE im Anschluß an diesem Text! <

Die Idee zur touristischen Erschließung von Westwallanlagen der Eifel wurde von Peter Drespa aus Dahlem in den letzten Jahren konsequent verfolgt und am 01.09.2007 durch die Eröffnung des WZE in die Tat umgesetzt. Drespa befasst sich seit langer Zeit mit den Kriegshandlungen in der Eifelregion. Seit einigen Jahren ist er als Reiseveranstalter in diesem Themenkreis im In- und Ausland tätig und führt seine Gäste erklärend auf die Schlachtfelder der Eifel. Erfahrung und Wissen um die Bedürfnissen der Touristen brachten ihn zu der Überzeugung, dass gerade heute nicht nur ein Markt, sondern auch eine Notwendigkeit für die touristische Erschließung von Westwallanlagen besteht. Aufgrund der Größe des Westwalls (630 km von den Niederlanden bis Basel) sind bis heute konkrete Besucherzahlen nicht festzustellen. Jedoch verzeichnen die privaten Betreiber von kleineren Westwallmuseen (meist im Saarland) großen Zulauf und Zustimmung.

Mit der absoluten Überzeugung, dass der Westwall für Deutschland heute eher eine Bereicherung als nur eine militärische Altlast ist, setzt Drespa sich angesichts der aktuellen Sozialstrukturen in den Jugendbereichen besonders für dieses Projekt ein. In unserer modernen Welt sind aufgrund vieler Einflüsse Dinge wie Wertschätzung, Gemeinschaftssinn oder die Erfahrungen früherer Generationen scheinbar unwichtig geworden und werden tagtäglich Opfer der Bequemlichkeit. Doch gerade die Zeit des Nationalsozialismus zeigte der ganzen Welt, welche verheerenden Folgen eine Wirtschaftssituation haben kann, wie sie 1923-1933 in Deutschland bestand, als ein Volk nur mit Gewalt zur Lösung einer solchen Krise bereit war oder dazu gedrängt wurde. Die Weltwirtschaftskrise, die Arbeitslosigkeit und der Hunger trieben die Deutschen damals in eine Falle. Der Nationalsozialismus brachte Hoffnung auf Besserung. Anfangs trat diese auch ein, nur kaum jemand erkannte die wahren Absichten des NS-Regimes, die allzu bald mit dem Werkzeug des Krieges umgesetzt wurden. Dieser Krieg setzte nahezu die ganze Welt in Brand und endete mit der totalen Vernichtung Deutschlands. 

In den Jahren nach dem 2.Weltkrieg und mit der Bildung der Bundesrepublik Deutschland wurden die entmilitarisierten Reste des Westwalls automatisch Bundeseigentum. Die Verwaltung übernahm bis Ende 2004 das Bundesamt für Vermögensfragen. Seit dem 01.01.2005 wurde das Amt in Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz "BIMA", umbenannt. Deren Hauptaufgaben liegen in der Erfassung, Verwaltung und Veräußerung der ehemaligen Westwallanlagen. Zudem ist die BIMA auch für die Verkehrssicherheit dieser Anlagen verantwortlich. Immer mehr Gelder wurden für die völlige Beseitigung der Bauwerke bereitgestellt. Gründe für diese Beseitigung fanden sich im Bereich der Gefahrenverhütung oder durch notwendige Veränderungen der Infrastruktur (Straßen-, Wegebau und Neubauplanung).

Die erste Gruppe, die sich um den Erhalt des Westwalls bemühte, waren die Umweltschützer. Man erkannte die Gefahr und bangte um mittlerweile wichtige kleinökologische Räume, die seit einigen Jahren ein neuer Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt geworden waren. Teils bedrohte Tierarten, wie die in der Eifel noch vorkommende Wildkatze oder einige sehr bedrohte Fledermausarten, bis hin zu seltenen Flechtensorten sind aufgrund der Wegnahme anderer künstlicher Behausungen (Scheunen, Dachböden oder Kirchtürme) auf die Bunkeranlagen angewiesen. Auch die natürlichen Lebensräume dieser Tiere werden durch den Menschen beengt oder vernichtet. Mit anfänglichen Schwierigkeiten konnten die Umweltschützer ihre Projekte für Fledermaus und Wildkatze mit der Unterstützung des Bundes dann aber doch in abgestimmten Bereichen umsetzen. Diese Projekte laufen auch zurzeit weiter.

Es konnte zudem erreicht werden, dass die Masse der Kampfwagenhindernisse ("Höckerlinie") als ökologische Schutzzone für heimische Singvögel ausgewiesen wurde. Die Bemühungen der Schutzmaßnahmen waren und sind jedoch sehr einseitig und lassen seitens der Umweltschützer kaum noch andere Verwendungen der Westwallanlagen zu. Schnell wurde klar, dass für eine touristische Nutzung nur noch ein geringer Teil in Frage kommen würde. Deshalb ist der offene Dialog zwischen Umweltschutz und Tourismus äußerst wichtig. Die Grundsteine wurden hierzu wurden am 29.01.2005 gelegt und auch heute werden weitere Lösungswege gesucht.

Die Planungsphase des WZE war im Gegensatz zur Realisierung eher einfach. In der Vorbereitung wurden zunächst einmal die Anlagen auf ihre Brauchbarkeit geprüft. Dabei legte der Initiator auf folgende Punkte besonderen Wert: 
o Art und Zustand der Bauwerke 
o Lage und Erreichbarkeit der Anlagen
o Arbeitsaufwand im Verhältnis zur Nutzung
o Kostenermittlung
Danach galt es die bisherige Nutzung sowie die Besitzverhältnisse der Anlage und des Grundstücks zu erfahren. Mit Hilfe der zuständigen Katasterämter und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gelang es, diese Fragen rasch zu klären. Der folgende Abschnitt sollte das junge Projekt erstmals auf eine Probe stellen. Denn nun stand die Kontaktaufnahme mit den Bauwerks- oder Grundstückseigentümer auf dem Plan.

Die im WZE geführten Anlagen sind heute teils in privatem und teils in kommunalem Besitz. Zu Beginn waren zwei der Anlagen noch Bundeseigentum auf Privatgrundstücken. Entgegen aller Erwartungen gelang es dem Projektleiter jedoch, alle Eigentümer für das Projekt zu gewinnen. Es wurde sogar eine Übernahme der beiden bundeseigenen Anlagen in den Privatbesitz möglich gemacht. Mit einigen Rückschlägen und langen Wartezeiten konnte das Projekt bis Ende September 2006 gefestigt werden und der nächste Abschnitt angegangen werden - dem Handwerk. 

Seit Anfang Oktober 2006 wurde in Ormont (Rheinland-Pfalz) mit den eigentlichen Arbeiten an den geplanten Anlagen für das Westwallzentrum Eifel (WZE) begonnen. Für die in Rheinland-Pfalz liegende Bunkeranlage wurde das Projekt mit je 2500,- EUR von Seiten der Verbandsgemeinde Obere Kyll und der Ortsgemeinde Ormont unterstützt. Der völlig zugeschüttete und unbegehbare Bunker in der Ormonter Heldstraße wurde in über 550 Arbeitsstunden von Projektleiter Peter Drespa persönlich freigelegt und verkehrssicher zugänglich gemacht. Die Anlage ist im Privatbesitz der Eheleute Igelmund und wird von diesen für das Projekt WZE zur Verfügung gestellt.

Seit Mai 2007 wurden an 7 weiteren Anlagen in der Gemeinde Dahlem (NRW) ebenfalls Arbeiten zur Verkehrssicherung sowie Aufräumarbeiten durchgeführt. Dabei wurde das Projekt durch den Grafen Beissel aus Schmidtheim mit finanziellen Mitteln in Höhe von 5000,- EUR unterstützt. Durch seine Bereitschaft zur Übernahme und Bereitstellung von zwei Westwallanlagen, die ihm durch die BIMA übertragen wurden, konnte das Projekt WZE letztlich realisiert werden. Erwähnt werden sollte auch die stetige Unterstützung der BIMA in Fragen der Besitzverhältnisse während der Planung und Umsetzung. 

Auch die Gemeinde Dahlem half dem Projekt auf die Beine, indem sie insgesamt sechs Anlagen aus kommunalem Besitz dem WZE zur Verfügung stellte. Ferner wurde das Projekt durch einen Mitarbeiter des Gemeindebauhofs in der Zeit von Mai bis September tatkräftig unterstützt. Ebenso half der Bauhof der Gemeinde Dahlem bei einigen logistischen Problemen. Auch in der Gemeinde Dahlem wurde die Arbeitsplanung und Durchführung, sowie ein Arbeitseinsatz von mehr als 650 Arbeitsstunden vom Projektleiter persönlich erbracht. An zwei weiteren Anlagen, von denen eine durch den Landwirt Alois Wawer und eine weitere durch die Gemeinde Dahlem zur Verfügung gestellt werden, waren bisher keine zusätzlichen Arbeiten von Nöten. Somit stehen dem WZE zunächst 10 Anlagen für den Besichtigungsbetrieb zur Verfügung.

Stand: August 2007
Fortsetzung folgt!

Bilder der Arbeiten am WZE


 
Der Eingangsbereich eines Wasserbunkers unter einer Flakstellung vor (l).
und nach den Erschließungsarbeiten.


 
Die 8,8 cm Flakstellung über dem obigen Bunker, vorher (l). und nachher.


 
Ein Gefechtsstand diente vor der Erschließung durch das WZE eher als
Müllhalde (l). Rechts das Ergebnis der Arbeiten.


 
Der Kommandostand einer Flakstellung vor (l.) und nach den Arbeiten.


 
Am Westwall wurde auch telefoniert. Alle 500-800 Meter wurde ein Kabelbrunnern 
des Westwall-Telefonnetzes installiert. 
Dieser hier wurde vom WZE ausgegraben, 
saniert und authentisch wieder "aufgebaut" (r.)



Der Bauhof der Gemeinde Dahlem half mit schwerem Gerät. 
Hier beim Umsetzen des obigen Kabelbrunnens. 


In Ormont konnte das WZE eine zugeschüttete MG-Kasematte des Westwalls
freilegen und für die Besucher des WZE verkehrssicher überbauen.

 
 
 

Neuigkeiten

 

NEU im Programm:
Ab April 2009
Komplett erhaltener Luftschutzbunker

Am Samstag, dem 01. September 2007 wurde das Westwallzentrum Eifel eröffnet.
Peter Drespa bedankt sich bei allen Gästen und Besuchern für die
gelungene Eröffnung des Westwallzentrums!

Der Tag hatte folgenden Programmablauf
:

10.30 - 11.15 Uhr 
Feierlicher Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin in Schmidtheim.
Unter dem Motto "Keiner ist vergessen" wurde an die Menschen erinnert, 
die in der Bauphase und während der Kämpfe am Westwall ihr Leben ließen. 
Der Gottesdienst wurde von Pastor Michael Brandau 
und Militärpfarrer Pater Georg gemeinsam zelebriert.

11.45 - 12.15 Uhr 
Offizielle Eröffnung des Westwallzentrum Eifel an der Anlage 3.
Kurze Ansprachen von: 
- Projektleiter Herr Peter Drespa 
- Vertreter der Gemeinde Dahlem, Herr Bürgermeister Müller
- Vertreter der Verbandsgemeinde Obere Kyll, Herr Bürgermeister Arenz 
- Präsident der AMBA, Herr Roland Gaul (Luxemburg)
Im Anschluss erfolgte durch Leon Drespa die Enthüllung einer 
Infotafel als Symbolakt zur Eröffnung.

12.30 - 13.45 Uhr 
Rundgang mit den geladenen Gästen zu den Anlagen 1-5. 
Dabei Informationen zum Westwallzentrum Eifel.

ab 13.00 Uhr 
konnten die Besucher die Anlagen 1-5 selbstständig begehen.

14.00 Uhr 
Pressetermin

15.00 - 15.30 Uhr 
Informationsmöglichkeit beim Projektleiter am Infostand vor dem Flugplatzrestaurant.

16.00 - 16.45 Uhr 
Filmvortrag über den Westwallbau in den Räumlichkeiten des 
Flugplatzrestaurants Dahlemer Binz.


16.30 - 17.00 Uhr und 17.30 - 18.00 Uhr 
Informationsmöglichkeit beim Projektleiter am Infostand vor dem Flugplatzrestaurant.

Ganztägig 
Präsentation Verlagsprogramm des Helios-Verlages Aachen und
Buchvorstellung "Zeitreiseführer Eifel 1933-1945" durch den Autor Alexander Kuffner

Der Standort

 

Das Westwallzentrum Eifel (WZE) befindet sich teils in der Gemeinde 53949 Dahlem (NRW) und teils in der Verbandsgemeinde Obere Kyll (Rheinland-Pfalz).
Der Treffpunkt für die geführten Touren ist der Parkplatz des Flugplatzrestaurants am Sportflugplatz Dahlemer Binz. 
Durch die direkte Nähe zur Bundesstraße 51 (Köln-Trier) ist das WZE schnell und gut zu erreichen. Die Städte Aachen, Köln, Bonn, Koblenz, Trier und Lüttich (B) liegen alle etwa eine Stunde entfernt vom WZE. 

Für eine detaillierte Lage/Anfahrtsbeschreibung mit Straßenkarten klicken Sie bitte auf Besuch/Anfahrt oder gleich hier.
 

Was gibts zu sehen

 

Zur Zeit stehen im Westwallzentrum Eifel (WZE) 10 Anlagen des ehemaligen Westwalls für den Besucherverkehr bereit. Es handelt sich hierbei um Bunkeranlagen, wie z.B. einen Leitstand, einen Gefechtsstand, eine MG-Kasematte, Bunker der Wasserversorgung, eine Flak-Stellung und Sonderbauwerke, sowie weitere Geschütz- und Kommandostände, eine Fernmeldeanlage und Panzer-Hindernisse der sogenannten "Höckerlinie". Die Anlagen sind außer dem Leitstand alle erhalten, vom WZE verkehrssicher erschlossen und geben auch dem Laien klare Einblicke in das Thema "Westwall". Nur im WZE ist es derzeit bundesweit möglich, einen solchen Querschnitt im Verlauf des ehemaligen Westwalls zu zeigen. Somit lässt sich das erhoffte Wirkungsprinzip der einstigen Festungsanlage nachvollziehen. Die Anlagen stammen aus fast allen unterschiedlichen Bauphasen des Westwalls und geben somit zudem einen Überblick über die rasche Weiterentwicklung im Festungsbauwesen der 30er Jahre. 


Einige Beispiele aus dem geführten Besucher-Programm des WZE


 
Eine 8,8 cm Flakstellung


 
Die charakteristischen "Höckerlinien" - Panzersperren des
Westwalls - dürfen nicht fehlen

 
Diese begehbare MG-Kasematte stellt eines 
der Highlights des WZE dar



Ein gesprengter Westwallbunker, den sich die Natur zurück-
erobert hat. Das Thema "Naturschutz am Westwall" ist eines
der Themen in den Führungen des WZE.


 
Thema Naturschutz: Ein Vogelnest inmitten von 
Westwallbunker-Trümmern


 
Die Wasserversorgung des Westwalls war extrem wichtig.
Auch Pumpwerke wie dieses gehören zu den Führungen ...



... ebenso wie dieser von den Sprengungen der Alliierten
verschonte Wasserversorgungs-Bunker, der nach dem Krieg
weiter der Zivilbevölkerung diente.


 
Ein weiteres Wasserpumpwerk aus dem 
Programm der WZE-Führungen.